Pablo Lugo

Veröffentlicht am Mai 04 à 21:18

Pablo Lugo

Pablo Lugo

Pablo Lugo

"Kunst ist für das Leben nicht notwendig, aber sie macht das Leben schön und angenehm."

 

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Pablo Angel Lugo ist ein mexikanischer Künstler, der die Kunsthochschule der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) und einen Masterstudiengang in Öffentlicher Kunst an der Universität Valencia in Spanien absolviert hat. Gegenwärtig ist er Doktorand, ebenfalls auf dem Gebiet Öffentliche Kunst. Er lebt derzeit in London und hat uns in sein Studio in Hoxton, im Osten Londons eingeladen.

Pablo wurde bei den "LUKAS AWARDS 2015" (Latin United Kingdom Awards) für den Preis des besten zeitgenössischen Künstlers nominiert. Er hat seine Arbeiten auf Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Mexiko, Kuba, Spanien, Kolumbien, Frankreich, Italien, Österreich und Portugal gezeigt.

Interview

Pébéo: Erzählen Sie uns über Ihre Entwicklung als Künstler.
Pablo Lugo: Ich begann zu malen als ich 15 war, studierte Kunst und perfektionierte meine Technik. Nachdem ich Theorie und Praxis erlernt hatte, begann ich, mit neuen Techniken, Materialien und Hilfsmitteln zu experimentieren. In unserer Gesellschaft haben Künstler die Möglichkeit, mit Konventionen zu brechen und ich nutze dies aus.

Pébéo: Erzählen Sie uns von Ihrem letzten Projekt: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt."
PL: Es basiert auf der Idee der amerikanischen Totems, bei denen die wichtigste Form unten ist und nicht oben. Was ich in dieser Arbeit zum Ausdruck bringe, ist die Aufhebung von Hierarchien, wie in diesen Totems, und die Schaffung von Gleichheit. Deshalb sind alle Formen gleich groß und genau waagerecht ausgerichtet, und der Raum zwischen den Formen und dem einfassenden Holzkasten ist immer derselbe.

Bei den Formen handelt es sich um Holzskulpturen. Einige sind mit Pébéo-Blattvergoldung beschichtet, andere mit Verpackungsfolie für Schokolade. Aber auf den ersten Blick sehen sie gleich aus. Dies erklärt den Namen.

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Pébéo: In Ihrer Arbeit findet sich das menschliche Herz in verschiedenen Darstellungsweisen immer wieder, erzählen Sie uns davon.
PL: Ich habe vor einigen Jahren im medizinischen Bereich gearbeitet und dadurch einige Kenntnis in der Anatomie erworben. Ich nehme das Herz als Bezugspunkt, da es für mich ein romantisches Symbol ist, aber in einem realistischen Sinn. Für mich steht das Herz nicht nur für die Liebe, sondern auch für das Leben: das Gefühl, das Individuum und die Seele.

Pébéo: Was inspiriert Sie?
PL: Ich versuche, die Wirklichkeit der globalisierten Welt von heute zu erfassen, vor allem in meinem Heimatland. Ich versuche immer, die Balance zwischen Traurigkeit und Schönheit zu finden.

Pébéo: Sie sind ein zeitgenössischer Künstler, der eine Vielzahl von Techniken verwendet. Können Sie sich vorstellen, dass Sie in der Zukunft mit einer bestimmten Technik arbeiten?
PL: Ich habe den Plan für eine Fernsehsendung, die eine Gesellschaftskritik von Mexiko entwickeln soll.

Ich arbeite mit ein paar Freunden in London an diesem Projekt. Ich möchte auch zur Bildhauerei zurückzukehren, ein Buch abschließen, an dem ich arbeite, und ich möchte malen. Also wie Sie sehen, möchte ich mit verschiedenen Techniken und Medien arbeiten, und nicht auf eine einzige Art und Weise.

Pébéo: Wo fühlen sich wohler, um Ihre Arbeit auszustellen? In Lateinamerika oder Europa?
PL: Ähm, das Wetter ist besser in Lateinamerika (lacht). Nein, im Ernst, das sind für mich zwei verschiedene Schienen. Die Kunst wird in Europa sehr geschätzt, Sie finden immer jemanden, der Ihre Arbeit liebt oder von ihr berührt ist. Es ist elitär, aber gleichzeitig sehr offen. In Lateinamerika liegen die Dinge anders. Sie können die gleiche Sammlung nicht in Mexiko-Stadt, in Caracas oder in Buenos Aires ausstellen, da Kunst und Politik dort eng beieinander liegen. Mir gefällt beides.

Pébéo: Welches sind Ihre Pläne für 2015?
Ich bin glücklicherweise sehr beschäftigt, vor allem, weil ich meine Doktorarbeit in den kommenden Monaten abschließen muss. Daneben habe ich aber auch andere Projekte wie:

  • Cartography of Love: In diesem Projekt arbeite ich mit einer mexikanischen Schauspielerin zusammen. Wir wollen die verschiedenen Arten der Liebe in Szene setzen. Die romantische Liebe, die kindliche Liebe, die Gottesliebe, die väterliche Liebe usw.
  • Faustaff: Hier gestalte ich das Bühnenbild für ein Theaterstück. Die mexikanische Premiere ist im September, die Londoner im Oktober. Der Regisseur ist Diego Sosa.
  • An der University of Essex werde ich an zwei Projekten zum fünfzigsten Gründungsjubiläum der Universität teilnehmen.
  • Im November werde ich in Mexiko ausstellen und einen Workshop an der Autonomen Universität von Hidalgo leiten.
  • Im Dezember leite ich eine Konferenz in Havanna, in Kuba.

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